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Psychodiagnostik, kognitive Psychotherapie, Psychotherapeuten online

Psychodiagnostik ist die systematische Erkennung und Einordnung psychischer Störungen — und damit der erste Schritt jeder seriösen Psychotherapie. Die Diagnose ist keine bürokratische Formalie, sondern die Landkarte der kognitiven Ursachen: Wer nicht weiss, welche Störung vorliegt, kann das Denken nicht korrigieren, das sie erzeugt.

Diese Seite gehört zu Dr. Dietmar Luchmann, LLC, dem Träger der Angstambulanz am Zürichsee und Herausgeber der Online-Zeitschrift Psychotherapie. Sie ordnet die Störungen ein, die die kognitive Psychotherapie behandelt, nennt die offiziellen Klassifikationscodes nach ICD-11 und ICD-10 und zeigt, woran die einzelnen Störungen zu erkennen und wovon sie abzugrenzen sind.

Wer nach der Orientierung den nächsten Schritt gehen will, findet ihn am Ende dieser Seite: zwei kostenfreie Eingangsschritte, die über das Portal Psychotherapie.com drei Wege für die kognitive Psychotherapie öffnen — die Schriftliche Kognitive Psychotherapie (SKPT), die Videogestützte Kognitive Psychotherapie (VKPT) und den Tagesblock Kognitive Psychotherapie (TKPT).

Was Psychodiagnostik leistet — und was nicht

Psychodiagnostik beantwortet zwei verschiedene Fragen, die häufig verwechselt werden. Die erste ist die störungsbezogene: Welche Störung liegt vor? Sie wird mit den Mitteln der klinischen Klassifikation beantwortet — heute nach der ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation, deren Codes diese Seite durchgehend nennt. Die zweite ist die indikationsbezogene: Welcher therapeutische Weg passt zu diesem Menschen? Sie entscheidet, ob die kognitive Psychotherapie schriftlich, per Video oder im Tagesblock geführt wird.

Beide Fragen beantwortet das Internet scheinbar in Sekunden. Wer seine Symptome in eine Suchmaschine tippt, erhält eine Diagnose; wer fünf Fragen eines Portal-Selbsttests anklickt, erhält eine zweite, meist dramatischere — denn der Test, der Gesundheit bescheinigt, verkauft keine Behandlung. Solche Instant-Diagnostik ist keine Psychodiagnostik, sondern Kundengewinnung. Sie verwechselt Symptome mit Störungen: Traurigkeit ist keine Depression, Lampenfieber keine soziale Angststörung, Ordnungsliebe keine Zwangsstörung. Eine Diagnose entsteht nicht aus dem Ankreuzen von Symptomlisten, sondern aus deren fachkundiger Gewichtung — aus Dauer, Intensität, Verlauf und Beeinträchtigung.

Der kostenfreie Eignungstest auf Psychotherapie.com stellt deshalb bewusst keine Störungsdiagnose. Er prüft die Voraussetzungen für die Schriftliche Kognitive Psychotherapie: die Bereitschaft zum eigenen Denken, Lesen und Schreiben. Die störungsbezogene Diagnose folgt später, in der pauschalierten Psychodiagnostik und Probatorik, mit der jede Psychotherapie bei Dr. Dietmar Luchmann, LLC, beginnt. Erst die Diagnose, dann die Psychotherapie — wer die Reihenfolge umkehrt, therapiert ins Blaue.

Die Störungen im Überblick — ICD-11 und ICD-10

Die folgende Übersicht ordnet die Störungen ein, die die kognitive Psychotherapie behandelt. Der Code vor der Diagnosebezeichnung entspricht der neuen Klassifikation ICD-11, der Code in Klammern dahinter der älteren ICD-10. Jeder Eintrag beschreibt zuerst das Kernbild der Störung und nennt danach, woran sie zu erkennen und wovon sie abzugrenzen ist.

Diese Übersicht dient der ersten Orientierung und ersetzt keine psychodiagnostische Abklärung.

Angst- oder furchtbezogene Störungen

6B00 Generalisierte Angststörung (F41.1)
Über mehrere Monate an den meisten Tagen eine allgemeine Besorgnis oder freischwebende Anspannung, die an keine bestimmte Situation gebunden ist. Begleitet von Ruhelosigkeit, Muskelanspannung, vegetativer Übererregung sowie Konzentrations-, Reizbarkeits- und Schlafstörungen. Die Sorgen kreisen meist um Alltag, Familie oder Gesundheit und erschöpfen rasch. Zu erkennen an den dauerhaften Sorgenketten — im Unterschied zur Panikstörung, die anfallsartig verläuft. Die körperliche Daueranspannung führt viele Betroffene zunächst zu Ärzten statt zu Psychotherapeuten.
6B01 Panikstörung (F41.0)
Wiederkehrende, unerwartete Panikattacken: abrupte, intensive Furcht mit Herzrasen, Atemnot, Brustenge, Schwindel, Zittern, Entfremdungsgefühlen und der Angst zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren. Zwischen den Attacken bleibt die Erwartungsangst vor der nächsten, oft mit zunehmender Vermeidung. Kern der Störung ist die Fehldeutung harmloser Körpersignale als Katastrophe. Zur Diagnose gehört die vorgängige körperliche Abklärung, die eine organische Ursache ausschliesst — erst dann steht fest, dass das Herz gesund ist und das Denken behandelt werden muss. Häufig verbunden mit Agoraphobie.
6B02 Agoraphobie (F40.0)
Ausgeprägte Furcht vor Situationen, aus denen ein rasches Entkommen schwerfiele oder in denen im Notfall keine Hilfe verfügbar wäre - Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel, geschlossene oder weite Räume, Schlangestehen, das Alleinsein ausser Haus -, die gemieden oder nur unter starker Angst ertragen werden. Der Aktionsradius engt sich zunehmend ein. Häufig entsteht die Agoraphobie sekundär nach Panikattacken. Von der sozialen Angststörung unterscheidet sie das Gefürchtete: hier das Nicht-Entkommen, dort die Bewertung durch andere.
6B03 Spezifische Phobie (F40.2)
Eine deutliche, anhaltende Furcht vor einem umschriebenen Objekt oder einer umschriebenen Situation, die fast immer sofort Angst auslöst und vermieden oder unter Angst ertragen wird, obwohl die Furcht unverhältnismässig ist. Die Typen: Tiere, natürliche Umwelt wie Höhen oder Gewitter, Blut-Spritzen-Verletzungen und situative Auslöser wie Fliegen oder enge Räume. Beginn meist in der Kindheit. Diagnostische Besonderheit: Die Blut-Spritzen-Phobie ist die einzige Phobie mit Ohnmachtsneigung — der Kreislauf fällt, statt zu steigen.
6B04 Soziale Angststörung (F40.1)
Ausgeprägte Furcht vor sozialen Situationen mit möglicher prüfender Bewertung - beim Sprechen vor Gruppen, bei Leistungen, bei Begegnungen -, getragen von der Sorge, sich zu blamieren oder abgelehnt zu werden. Sichtbare Zeichen wie Erröten, Zittern oder Schwitzen werden besonders gefürchtet; nicht selten dient Alkohol als untaugliche Bewältigung. Von blosser Schüchternheit unterscheiden sie Leidensdruck und Beeinträchtigung, von der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung die situative Bindung der Furcht bei intaktem Selbstbild — dazu unten mehr.
6B05 Trennungsangststörung (F93.0)
Eine übermässige Furcht vor der Trennung von nahestehenden Menschen, verbunden mit Sorge um deren oder das eigene Wohlergehen. Anders als oft angenommen tritt sie nicht nur bei Kindern auf, sondern auch bei Erwachsenen, etwa in Bezug auf Partner oder Kinder. Zu erkennen an körperlichen Symptomen bei drohender Trennung und an der Vermeidung von Alleinsein und Reisen.
6B06 Selektiver Mutismus (F94.0)
Das durchgängige Schweigen in bestimmten sozialen Situationen - etwa in der Schule -, während in vertrauter Umgebung normal gesprochen wird. Die Sprachfähigkeit selbst ist intakt; weder eine Sprachstörung noch mangelnde Sprachkenntnis erklären das Schweigen. Beginn meist im Kindesalter, häufig verbunden mit sozialer Angst.

Zwangsstörung oder verwandte Störungen

6B20 Zwangsstörung (F42.-)
Wiederkehrende Zwangsgedanken - aufdringlich, ungewollt, angst- oder ekelbesetzt - und/oder Zwangshandlungen und Rituale, mit denen die ausgelöste Anspannung neutralisiert werden soll; zeitaufwendig oder deutlich beeinträchtigend. Häufige Themen sind Kontamination, Kontrolle, Symmetrie sowie aggressive oder sexuelle Inhalte, begleitet von Vermeidung und Rückversicherung. Die Einsicht in die Unsinnigkeit der Zwänge ist unterschiedlich ausgeprägt. Abzugrenzen von der zwanghaften Persönlichkeitsstruktur: Zwänge werden als fremd und quälend erlebt, Ordnungsliebe als zugehörig.
6B21 Körperdysmorphe Störung (F45.2)
Eine anhaltende, belastende Beschäftigung mit einem oder mehreren wahrgenommenen Makeln des eigenen Aussehens, die anderen kaum oder gar nicht auffallen; dazu wiederholtes Kontrollieren im Spiegel, Kaschieren, Vergleichen und Rückversichern. Zu erkennen an der hohen Begleithäufigkeit von Depressionen und am Risiko nutzloser kosmetischer Eingriffe — der Makel sitzt im Urteil, nicht im Gesicht. Hinweis: Die körperdysmorphe Störung (6B21) und die Krankheitsangst (6B23) verweisen beide auf F45.2, weil die ältere ICD-10 beide unter der hypochondrischen Störung zusammenfasste; erst die ICD-11 trennt sie als eigenständige Diagnosen.
6B23 Hypochondrie / Krankheitsangst (F45.2)
Eine anhaltende Furcht oder Überzeugung, ernsthaft krank zu sein oder zu werden, mit übermässigem gesundheitsbezogenem Kontrollieren oder ebenso übermässiger Vermeidung — und dies trotz angemessener Abklärung und Rückversicherung. Zu erkennen an ständiger Selbstbeobachtung und am «Doctor-Shopping»: Jede ärztliche Entwarnung beruhigt nur kurz, dann beginnt die Suche von vorn. Abzugrenzen von der Körperbelastungsstörung, bei der das Symptom im Vordergrund steht, nicht die Furcht.
6B24 Pathologisches Horten (ohne eigene ICD-10-Entsprechung)
Eine anhaltende Schwierigkeit, Besitz unabhängig von seinem Wert wegzugeben, mit starkem Behaltedrang und Belastung beim Entsorgen; die Ansammlungen verstellen Wohnräume und beeinträchtigen deren Nutzung, häufig verbunden mit exzessivem Erwerben. Die Einsicht ist oft gering. Abzugrenzen vom Sammeln: Der Sammler ordnet und zeigt, der Hortende stapelt und verbirgt. Eine neue Diagnose der ICD-11 ohne eigene Entsprechung in der ICD-10.
6B25 Körperbezogene repetitive Verhaltensstörungen (F63.3)
Wiederkehrendes Haareausreissen (Trichotillomanie) oder Bearbeiten der Haut (Skin-Picking) mit Gewebeschädigung, trotz wiederholter erfolgloser Versuche, das Verhalten zu reduzieren. Zu erkennen am automatisierten oder spannungsregulierenden Charakter des Verhaltens sowie an Scham und dem Verdecken der Schäden.

Spezifisch belastungsassoziierte Störungen

6B40 Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
Folgt auf ein extrem bedrohliches oder erschütterndes Erlebnis und zeigt drei Kernelemente: das Wiedererleben des Ereignisses im Hier und Jetzt - Intrusionen, Albträume, Flashbacks -, das Meiden von allem, was daran erinnert, und ein anhaltendes Gefühl aktueller Bedrohung mit erhöhter Wachsamkeit und übersteigerter Schreckreaktion. Das diagnostische Kernkriterium ist der Gegenwartscharakter der Intrusionen: Die Erinnerung wird nicht erinnert, sondern erlebt. Begleitend Schlafstörungen, Reizbarkeit sowie Schuld- und Schamgefühle.
6B41 Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ohne eigene ICD-10-Entsprechung)
Umfasst alle Kernkriterien der posttraumatischen Belastungsstörung und darüber hinaus anhaltende Störungen der Selbstorganisation: Schwierigkeiten der Gefühlsregulation, ein dauerhaft negatives Selbstbild mit Wertlosigkeits-, Scham- und Schuldgefühlen sowie wiederkehrende Probleme in Nähe und Vertrauen. Sie entsteht meist nach langdauernder oder wiederholter Traumatisierung mit erschwerter Flucht. Abzugrenzen von der Borderline-Persönlichkeitsstörung, bei der Verlassenheitsangst, Identitätsdiffusion und selbstschädigende Impulsivität im Vordergrund stehen — sie gehört nicht in dieses Behandlungsspektrum, wie der folgende Abschnitt zur Grenzziehung erläutert.
6B42 Anhaltende Trauerstörung (ohne eigene ICD-10-Entsprechung)
Nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen eine anhaltende, tiefe Sehnsucht oder gedankliche Vereinnahmung durch den Verstorbenen samt intensivem emotionalem Schmerz, über das soziokulturell erwartete Mass hinaus - mindestens sechs Monate - und deutlich beeinträchtigend. Zu erkennen an Identitätsstörung («ein Teil von mir ist gestorben»), emotionaler Taubheit und Sinnverlust. Die Abgrenzung ist heikel und wichtig: Trauer ist keine Krankheit; erst Dauer und Beeinträchtigung machen die Diagnose.
6B43 Anpassungsstörung (F43.2)
Eine übermässige, belastende Reaktion auf einen identifizierbaren psychosozialen Stressor - eine Trennung, einen Verlust, eine berufliche Veränderung -, gekennzeichnet durch Grübeln, Sorgen und Anpassungsschwierigkeiten. Beginn meist innerhalb eines Monats; die Beschwerden bilden sich in der Regel binnen etwa sechs Monaten nach Wegfall oder Bewältigung des Stressors zurück. Die Symptome bleiben unterhalb der Schwelle von Depression und Angststörung; diagnostisch ist die Anpassungsstörung eine Restkategorie nach Ausschluss der spezifischen Störungen.

Affektive Störungen

6A70 Depressive Episode, einzeln (F32.-)
Über mindestens zwei Wochen fast täglich eine gedrückte Stimmung und/oder ein deutlich vermindertes Interesse an Dingen, die sonst Freude bereiten, verbunden mit mehreren weiteren Symptomen: Konzentrations- und Entscheidungsstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl oder unangemessene Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit, Gedanken an den Tod, Schlaf- und Appetitveränderungen, Energieverlust. Es handelt sich um ein erstmaliges Auftreten ohne frühere manische Phasen. Zu erkennen an Tagesschwankungen mit Morgentief, Grübeln, sozialem Rückzug und häufig somatischen Klagen; der Schweregrad bemisst sich nach Symptomzahl und Funktionsverlust.
6A71 Rezidivierende depressive Störung (F33.-)
Mindestens zwei depressive Episoden, getrennt durch mehrere Monate weitgehend ohne erhebliche Stimmungssymptome; der Vorbeugung weiterer Episoden kommt besondere Bedeutung zu. Die diagnostische Schlüsselfrage lautet: Gab es je eine hypomane Phase? Wird sie übersehen oder nicht gestellt, ist die Diagnose falsch — und die richtige heisst Bipolar-Typ-II-Störung.
6A72 Dysthyme Störung (F34.1)
Eine über mindestens zwei Jahre anhaltende, überwiegend gedrückte Stimmung unterhalb der Schwelle einer depressiven Episode, mit Begleitsymptomen bei Antrieb, Selbstwert und Schlaf und ohne beschwerdefreie Phasen von mehr als zwei Monaten. Sie beginnt oft früh und wird deshalb häufig als Wesenszug fehlgedeutet — ein diagnostischer Irrtum mit Folgen, denn was als Charakter gilt, wird nicht behandelt. Legt sich eine depressive Episode auf die Dysthymie, spricht die Klinik von der «doppelten Depression».
6A73 Gemischte depressive und Angststörung (F41.2)
Über mindestens zwei Wochen treten depressive und Angstsymptome gleichzeitig auf, ohne dass eines der beiden Syndrome für sich das volle Bild einer eigenständigen Störung ergibt; die Beeinträchtigung ist gleichwohl deutlich. Typisch ist die Mischung aus vegetativer Anspannung, Sorgenketten und gedrückter Stimmung. Die Diagnose ist nachrangig: Sobald ein Einzelsyndrom voll erfüllt ist, gilt dieses.
6A60 Bipolar-Typ-I-Störung (F31.-)
Mindestens eine manische oder gemischte Episode von in der Regel mindestens einer Woche: gehobene oder gereizte Stimmung mit gesteigerter Aktivität und Energie, dazu Grössenideen, vermindertes Schlafbedürfnis, Rededrang, Ideenflucht, Ablenkbarkeit und risikoreiches Verhalten; meist treten auch depressive Episoden auf. In der akuten Manie sind psychotische Symptome möglich, die Selbst- und Fremdgefährdung ist hoch — die akute Phase gehört in psychiatrische Behandlung, wie der Abschnitt zur Grenzziehung erläutert.
6A61 Bipolar-Typ-II-Störung (F31.8)
Mindestens eine hypomane Episode von mindestens vier Tagen - ohne ausgeprägte Funktionsstörung und ohne psychotische Symptome - und mindestens eine depressive Episode; eine volle Manie tritt nie auf. Das diagnostische Problem: Die Hypomanie wird als gute, produktive Phase erlebt, nicht als krankhaft, und dem Psychotherapeuten deshalb nicht berichtet. Sie ist die häufigste Quelle der Fehldiagnose «Depression» — das Leiden bestimmen die depressiven Pole, die Wahrheit die verschwiegenen Hochphasen.
6A62 Zyklothyme Störung (F34.0)
Über mindestens zwei Jahre zahlreiche hypomane und depressive Symptomperioden, die jeweils unterhalb der Episodenschwelle bleiben, ohne beschwerdefreie Phasen von mehr als zwei Monaten. Die instabile Stimmungslage wird oft als «Temperament» fehlgedeutet — derselbe Irrtum wie bei der Dysthymie, nur in beide Richtungen.

Persönlichkeitsstörungen

Bei den Persönlichkeitsstörungen hat die ICD-11 das System gewechselt: Die kategorialen Typen der ICD-10 (F60.-) sind abgeschafft. An ihre Stelle tritt die eine Diagnose Persönlichkeitsstörung (6D10) mit dem Schweregrad leicht, mittel oder schwer, präzisiert durch Merkmalsdomänen (6D11.-), die das individuelle Muster beschreiben. Die vertrauten Bezeichnungen der ICD-10 bleiben deshalb als Muster erkennbar, erhalten aber keine eigenen ICD-11-Codes mehr. Zwei dieser Muster gehören in das Behandlungsspektrum der kognitiven Psychotherapie:

Ängstlich-vermeidendes Muster (ICD-10: F60.6; ICD-11: 6D10 mit negativer Affektivität und Distanziertheit)
Ein überdauerndes Muster aus Anspannung, Besorgtheit und dem Gefühl eigener Unzulänglichkeit, verbunden mit Überempfindlichkeit gegenüber Kritik und der Vermeidung von Kontakten und Aufgaben aus Angst vor Ablehnung. Die wichtigste Abgrenzung führt zur sozialen Angststörung: Dort ist die Furcht an Situationen gebunden und das Selbstbild im Kern intakt; hier prägt ein überdauerndes Selbstbild der Unzulänglichkeit alle Lebensbereiche — nicht der Auftritt wird gefürchtet, sondern die eigene Person für ungenügend gehalten.
Narzisstisches Muster (ICD-10: F60.8; ICD-11: 6D10 mit Merkmalen der Dissozialität: Grandiosität und Ich-Bezogenheit)
Ein überdauerndes Muster aus Grossartigkeitserleben, Anspruchsdenken und Mangel an Einfühlung, verbunden mit ausgeprägter Kränkbarkeit hinter der selbstsicheren Fassade. Diagnostisch bemerkenswert: Betroffene suchen selten wegen des Narzissmus Hilfe, sondern wegen seiner Folgen — Kränkungsdepressionen, Berufs- und Beziehungskonflikte, die sich mit derselben Regelmässigkeit wiederholen wie die Denkfehler, die sie erzeugen.

Nicht in dieses Spektrum gehört die Borderline-Persönlichkeitsstörung; die Gründe nennt der folgende Abschnitt.

Auch Hochbegabung kann - durch die soziale Sonderstellung, die sie oft erzwingt - Angststörungen, soziale Phobien und Depressionen auslösen. Hochbegabung ist keine Störung, und doch ist sie psychodiagnostisch relevant: Wer die Sonderstellung übersieht, verfehlt die Ursache der Störung, die er behandelt. Angst- und Depressionsbilder dieser Genese sind nach demselben Verfahren ebenso wirksam zu beheben wie solche anderer Herkunft.

Was ambulante Psychotherapie nicht leisten darf

Zur Psychodiagnostik gehört die Ehrlichkeit über ihre Konsequenzen. Nicht jede Diagnose führt in eine ambulante Psychotherapie — gleich in welcher Form und bei welchem Anbieter. Schwere depressive Episoden, akute Suizidalität, manische und gemischte Episoden, psychotische Zustände sowie die Borderline-Persönlichkeitsstörung gehören in fachärztlich-psychiatrische Behandlung, im Notfall in die psychiatrische Akutversorgung. Dr. Dietmar Luchmann, LLC, behandelt diese Zustände nicht - weder schriftlich noch per Video noch im Tagesblock - und übernimmt Interessenten mit solchen Befunden nicht in die Psychotherapie.

Diese Grenze ist kein Mangel des Angebots, sondern ein Ergebnis der Psychodiagnostik selbst. Wer alles zu behandeln verspricht, hat entweder nicht diagnostiziert oder die Diagnose ignoriert. Die pauschalierte Psychodiagnostik und Probatorik am Beginn jeder Psychotherapie prüft deshalb nicht nur, welche Störung vorliegt, sondern auch, ob sie in diesem Rahmen verantwortbar behandelt werden kann. Fällt die Antwort negativ aus, erhält der Interessent keine Psychotherapie, sondern eine fundierte Empfehlung.

Die zweistufige Psychodiagnostik — und drei Wege für die kognitive Psychotherapie

Die Psychodiagnostik von Dr. Dietmar Luchmann, LLC, verläuft in zwei Stufen. Die erste ist der Eignungstest: anonym, kostenfrei, etwa zwei Minuten. Er prüft nicht die Störung, sondern die Voraussetzungen — ob die Schriftliche Kognitive Psychotherapie als anspruchsvollste der drei Formen individuell empfehlenswert ist. Das Ergebnis erscheint sofort.

Die zweite Stufe ist die pauschalierte Psychodiagnostik und Probatorik, mit der jede Psychotherapie beginnt. Sie klärt das Störungsbild mit seinen Klassifikationscodes, die Eignung für den therapeutischen Rahmen und die Definition des Therapieziels. Aus ihr folgt ein konkretes Angebot für kognitive Psychotherapie — oder eine fundierte Empfehlung, wenn die Diagnostik gegen die Behandlung in diesem Rahmen spricht.

Für die Psychotherapie selbst stehen drei Wege offen. Das Ziel ist immer dasselbe; nur der Weg dorthin richtet sich nach dem Leben des Patienten.

  • Schriftliche Kognitive Psychotherapie (SKPT) - ortsunabhängig und jederzeit: Patient und Psychotherapeut denken gemeinsam in Wort und Schrift, dauerhaft nachlesbar, von überall auf der Welt. Auf Psychotherapie.com werden das Konzept und die Vorteile, die die Schriftliche Kognitive Psychotherapie ermöglicht, ausführlich erläutert.
  • Videogestützte Kognitive Psychotherapie (VKPT) - von Angesicht zu Angesicht, ganz ohne Anreise: das persönliche Gespräch über eine sichere Videoverbindung, bequem von zu Hause aus.
  • Kognitive Psychotherapie im Tagesblock (TKPT) - ein einziger Tag an einem geeigneten Ort: die kompakte Begegnung von Psychotherapeut und Patient im direkten Gespräch — so, wie sie der Bericht eines Arztes schildert, der seine Angst nach zehn Jahren an einem einzigen Tag verlor.

Welcher Weg im Einzelfall der beste ist, zeigt die Psychodiagnostik — und wechseln lässt er sich auch später noch. Die drei Wege der Psychotherapie beschreibt die ausführliche Übersicht auf Psychotherapie.com. Dort sind auch die Kosten aller drei psychotherapeutischen Wege transparent ausgewiesen.

Absolute Vertraulichkeit: Total Privacy

Die Diagnose ist das sensibelste Datum, das ein Mensch über sich preisgeben kann. Wer sie einer Krankenkasse meldet, hat sie für immer in den Akten Dritter — abrufbar bei Versicherungsanträgen, Verbeamtungen und überall dort, wo Gesundheitsfragen gestellt werden. Dr. Dietmar Luchmann, LLC, arbeitet ausserhalb des Gesundheitssystems: Es entsteht keine Akte bei einer Krankenkasse, keine Meldung an eine Behörde, keine Spur bei Dritten.

Die schriftliche Kommunikation zwischen Patient und Psychotherapeut ist Ende-zu-Ende verschlüsselt, die Videositzungen laufen ohne Benutzerkonto und ohne Mitschnitt, und auch diese Website verzichtet vollständig auf Cookies und Tracking. «Zero Tracking + Total Privacy» ist kein Werbeversprechen, sondern die Voraussetzung der Arbeit. Die Einzelheiten nennt die ausführliche Datenschutzerklärung.

Beginn der Psychotherapie in zwei Schritten

Der Weg in die kognitive Psychotherapie verlangt nur zwei Schritte und führt ausschliesslich über das Portal Psychotherapie.com:

  1. Eignungstest - anonym und kostenfrei, etwa zwei Minuten. Das Ergebnis erscheint sofort.
  2. Anmeldung und Zieldefinition - kostenfrei. Innerhalb von 24 Stunden folgt ein konkretes Angebot für kognitive Psychotherapie oder eine fundierte Empfehlung.

Wer vorab Fragen stellen möchte, nutzt die kostenfreie offene Chat-Sprechstunde.

Die offene Sprechstunde ermöglicht, ohne Anmeldung Fragen stellen.

Optional steht zusätzlich ein kostenpflichtiger Gesprächstermin zur telefonischen Vorbesprechung mit den Psychotherapeuten von Dr. Dietmar Luchmann, LLC, zur Verfügung.

Trägerschaft — von Zürich und Dover

Träger dieser Seite ist Dr. Dietmar Luchmann, LLC, mit Sitz in Dover, Delaware (USA) — zugleich Träger der Angstambulanz am Zürichsee und Herausgeber der Online-Zeitschrift Psychotherapie. Die internationale Aufstellung erlaubt es, die kognitive Psychotherapie auf Deutsch und auf Englisch weltweit anzubieten, unabhängig von kantonaler oder bundesländischer Bürokratie.

Gründer ist der Psychologe und Psychotherapeut Dietmar Luchmann mit über 40 Jahren Berufserfahrung in der Psychodiagnostik und kognitiven Psychotherapie von Angst-, Panik- und depressiven Störungen.

Häufige Fragen

Was ist Psychodiagnostik?

Psychodiagnostik ist die systematische Erkennung und Einordnung psychischer Störungen. Sie beantwortet zwei Fragen: welche Störung vorliegt (störungsbezogene Diagnostik nach ICD-11) und welcher therapeutische Weg zum Einzelfall passt (Eignungsdiagnostik). Bei Dr. Dietmar Luchmann, LLC, steht sie am Beginn jeder kognitiven Psychotherapie.

Ersetzt der Eignungstest eine Diagnose?

Nein. Der anonyme und kostenfreie Eignungstest prüft die Voraussetzungen für die Schriftliche Kognitive Psychotherapie, insbesondere die Bereitschaft zum eigenen Denken, Lesen und Schreiben. Die störungsbezogene Diagnose stellt erst die pauschalierte Psychodiagnostik und Probatorik, mit der jede Psychotherapie beginnt.

Was taugen Online-Selbsttests und Selbstdiagnosen?

Wenig. Selbsttests verwechseln Symptome mit Störungen: Traurigkeit ist keine Depression, Lampenfieber keine soziale Angststörung, Ordnungsliebe keine Zwangsstörung. Eine Diagnose entsteht aus der fachkundigen Gewichtung von Dauer, Intensität, Verlauf und Beeinträchtigung — nicht aus dem Ankreuzen von Symptomlisten.

Was bedeuten die Codes ICD-11 und ICD-10?

Die ICD ist die internationale Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation. Die ICD-11 ist die aktuelle Fassung; die ältere ICD-10 ist in vielen Ländern noch im Verwaltungsgebrauch. Diese Seite nennt beide Codes, damit jede Diagnose in beiden Systemen auffindbar ist.

Welche Störungen behandelt die kognitive Psychotherapie?

Alle Angst- und furchtbezogenen Störungen, Zwangsstörungen und verwandte Störungen, belastungsassoziierte Störungen, Depressionen und verwandte affektive Störungen sowie ängstlich-vermeidende und narzisstische Persönlichkeitsmuster — jeweils nach psychodiagnostischer Abklärung des Einzelfalls.

Welche Störungen behandeln Sie nicht?

Schwere depressive Episoden, akute Suizidalität, manische und gemischte Episoden, psychotische Zustände sowie die Borderline-Persönlichkeitsstörung gehören in fachärztlich-psychiatrische Behandlung, im Notfall in die psychiatrische Akutversorgung. Diese Grenze ist kein Mangel des Angebots, sondern ein Ergebnis der Psychodiagnostik selbst.

Was kostet die kognitive Psychodiagnostik?

Der Eignungstest und die Anmeldung mit Zieldefinition sind kostenfrei. Die pauschalierte Psychodiagnostik und Probatorik wird zu einem festen Pauschalbetrag geführt; die individuellen Kosten der anschliessenden Psychotherapie nennt das konkrete Angebot. Alle Leistungen der Schriftlichen Kognitiven Psychotherapie (SKPT), der Videogestützten Kognitiven Psychotherapie (VKPT) und der Kognitiven Psychotherapie im Tagesblock (TKPT) sind Selbstzahlerleistungen.

Wie vertraulich ist die Psychodiagnostik?

Maximal. Dr. Dietmar Luchmann, LLC, arbeitet ausserhalb des Gesundheitssystems; es erfolgt keine Datenweitergabe an Krankenkassen, Behörden oder Dritte. Die schriftliche Kommunikation ist Ende-zu-Ende verschlüsselt, die Videositzungen laufen ohne Benutzerkonto und ohne Mitschnitt, und die Website verzichtet vollständig auf Cookies und Tracking.

Wann kann die kognitive Psychotherapie beginnen?

Sofort, sobald der Eignungstest, die Anmeldung mit Zieldefinition sowie die pauschalierte Psychodiagnostik und Probatorik die Eignung des Einzelfalls für die Schriftliche Kognitive Psychotherapie (SKPT), die Videogestützte Kognitive Psychotherapie (VKPT) oder die Kognitive Psychotherapie im Tagesblock (TKPT) bestätigt haben. Wartelisten wie bei kassenfinanzierten Praxen bestehen nicht.